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Verein will Titanen für neue Friedenstouren stärken

Von Brück aus sollen weitere Friedenstouren per Pferdewagen starten. Um sie zu unterstützen, wird nun ein Verein gegründet. Er sucht Mitstreiter und „Kriegsbronze“ für den Guss einer Friedensglocke.

Von Thomas Wachs

Brück: Zwei lange Touren per Pferdewagen quer durch Europa liegen bereits hinter den Akteuren der „Titanen on Tour“ aus Brück und Umgebung. Weitere Fahrten im Planwagen-Treck und ein ganz besonderes Ziel sind geplant. Um sie zu organisieren, soll jetzt ein Verein gegründet werden. „Wir wollen weiter Friedensglocken verteilen, mit den Menschen das Brot brechen und unterwegs Volksdiplomatie betreiben“, erklärt Helmut Kautz aus Brück. Der Pfarrer gehörte im vorigen Jahr zu den Begleitern der Fahrt über gut 2300 Kilometer bis nach Weliki Nowgorod, der Wiege Russlands.

Per Pferdewagen zurück in Fläming

Die erste Tour der Titanen hatte bereits im Jahr 2009 Menschen und Pferde in einer per Lastwagen ins belgische Brügge geführt. Dort startete dann die Tour per Pferdewagen zurück in den Fläming. Die Teilnehmer bewegten sich damals auf den Spuren der Auswanderer, die einst von Flandern in den Fläming zogen auf einer alten Handelsroute, die einstmals bis Weliki Nowgorod führte. Dieser zweite Teil der Strecke wurde sodann 2018 unter die Räder genommen.

Als Träger aller künftigen Touren auf der Völker verbindenden Friedensmission soll nun ein eigener Verein gegründet werden mit dem Namen „Friedensglockentreck“.

Gründung am Tag des Mauerfalls

Die Gründungsversammlung ist geplant für den 9. November, den Jubiläumstag des Mauerfalls in Deutschland vor 30 Jahren. „Der Verein soll ein weiterer Schritt sein, mit dem wir den Gedanken der ersten beiden Trecks auf neuer Basis und in neuer Verantwortlichkeit fortführen wollen“, erklärt Helmut Kautz. Mitstreiter seien noch willkommen.

Verfolgen will der Verein breite Ziele und Aufgaben. Auf freiwilliger Grundlage soll er zur Förderung des Friedensgedankens beitragen. Mitglieder sollen durch die Pflege friedlicher Traditionen unter Einsatz von historischen Planwagen, Pferden und einer Friedensglocke unter Ausschluss aller parteipolitischen, konfessionellen und rassistischen Gesichtspunkte sowie durch Pflege des Brauchtums freundschaftlich miteinander verbunden werden.

Mit organisierten mehrtägigen Sternfahrten durch Deutschland, Europa sowie andere Länder sollen Kontakte mit den Bürgern anderer Länder geknüpft werden. „Dabei wollen wir vermitteln, dass die Vision für ein gemeinsames, friedliches und vereintes Europa nur durch das gemeinsame lösen vorhandener Probleme, das Austauschen von Ideen sowie die gemeinsame Nutzung von Ressourcen ohne Hass, Vorurteile oder Unverständnis umgesetzt werden kann“, erklärt der Brücker Pfarrer zu den Maximen des Vereins. In diesem Sinne besonders gefördert werden soll dabei die Jugend.

Geplant wird bereits jetzt ein dritter Treck der Titanen. Im August des nächsten Jahres soll es innerhalb von drei Wochen von Hamburg nach Kloster Marienfließ in der Prignitz gehen. Diese Tour ist als erster von insgesamt fünf Trecks quer durch Deutschland geplant. Ein besonderes Ziel ist sodann für 2015 gesteckt. „So Gott will und wir leben, soll es dann nach Jerusalem gehen“, erklärt Helmut Kautz.

Hilfe benötigen die Akteure noch zur Herstellung einer großen Friedensglocke. Sie soll aus „Kriegsbronze“ gegossen werden. „Dafür suchen wir Kanonen, Granathülsen oder ähnliches aus Bronze. Wer da helfen kann, bitte melden“, sagt der Brücker Pfarrer.

Die Gründungsversammlung des Vereins „Friedensglockentreck“ findet statt am Sonnabend, dem 9. November, um 14 Uhr, im Pfarrhaus Brück an der Straße des Friedens 35.

MAZ - 16.11.2019

 

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