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POLESSK (Ziel) - Kaliningrad

Notizen vom Kutschbock und aus dem Führungsfahrzeug - Online-Reisebericht der abenteuerlichen Titanen-Tour 2018 von Brück bis Weliki Nowgorod

 

2300 Kilometer dokumentiert von Tour-Koordinator Friedbert Enders

34.Tag, Montag, 20. August 2018, PROCHOROWKA - POLESSK

Die böse Überraschung dieses 34. Tour-Tages ereilte uns gleich zwei Kilometer nach dem Start. Das rechte Hinterrad unseres wichtigsten Wagens, des Wagens mit der Friedensglocke rollte langsam von der Achse….

Zum Glück hat es der Kutscher des nachfolgenden Wagens bemerkt und den Treck sofort gestoppt. Nach kurzer Hektik haben wir uns besonnen und die Pferde ausgespannt, mit der Gabel des Treckers die Wagen angehoben und nach der Ursache gesucht. Die Kolonne setzte inzwischen ihren Marsch fort. Wir mussten feststellen, dass eine Sofortreparatur vor Ort nicht möglich war, obwohl uns unser vorheriger Gastgeber sehr hilfsbereit und schnell mit seiner Mannschaft zu Hilfe eilte. Doch bei der komplizierten Reparatur konnte er uns nicht helfen. Doch er brachte die beiden wagenlosen Pferde mit seinem Transporter zum Zielort. Das war auch schon eine großartige Aktion, die uns weiterhalf. Bernd Schulz‘ Land Rover, der wegen seiner Stärke den ehrenvollen Namen „Roter Panzer“ trägt, zog den lädierten Glockenwagen zum Ziel.

In Polessk, einer Kreisstadt von über 7000 Einwohnern im Kaliningrader Gebiet, war auf dem Marktplatz schon eine große, froh gestimmte Menschenmenge versammelt. Eine Kulturgruppe sang zu Ehren unserer Ankunft.  Bürgermeister Alexander Trojan hat uns herzlich begrüßt. Der Ortsname Polessk  bedeutet sumpfiges Land. Die Stadt liegt in der historischen Region Ostpreußen, etwa 40 Kilometer nordöstlich von Kaliningrad (Königsberg) und 55 Kilometer südwestlich von Sowjetsk  (Tilsit) am Übergang der Hauptstraße und Eisenbahn über die Deima; prußisch Deimena/ Deiwmena), kurz vor deren Mündung ins Kurische Haff. Nordöstlich der Stadt liegt das Hochmoorgebiet Großes Moorbruch.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte die Kreisstadt Labiau eine evangelische Kirche, eine Synagoge, ein Amtsgericht, eine Reichsbanknebenstelle, eine Dampfbrauerei, Dampfsägemühlen und man betrieb Fischhandel.

Im Jahr 1945 gehörte das damalige Labiau zum gleichnamigen Landkreis im Regierungsbezirk Königsberg der Provinz Ostpreußen. 1945 wurde Labiau von der Roten Armee besetzt und nach Kriegsende der Verwaltung der RSFSR, der russischen Teilrepublik der Sowjetunion, unterstellt. Die sowjetische Besatzungsmacht führte 1946 für Labiau die Ortsbezeichnung Polessk ein. Seit Auflösung der Sowjetunion wird Polessk von der Russischen Föderation verwaltet und die Amtssprache ist Russisch.

Untergebracht waren wir diesmal im Internat des Technikums der Stadt. Dort gelang es uns auch, in der Werkstatt den Glockenwagen zu reparieren. So können wir nun wieder unsere Tour mit dem wichtigsten Planwagen fortsetzen, der die Friedensglocke trägt, die fröhlich ihr Lied singt und allerorts unser Kommen ankündigt.

Wer die "Titanen on Tour" auf ihrem langen Weg bis Weliki Nowgorod unterstützen und seine Verbundenheit zu dieser friedensstiftenden Aktion bekunden möchte, kann dies mit einer Spende tun: 

Kaltblut Zucht- und Sportverein Brück e.V.
DE88120300001020655732 (DKB Potsdam)
Verwendungszeck: On Tour

Vielen Dank!