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PASLEK (Ziel) - Polen

Notizen vom Kutschbock und aus dem Führungsfahrzeug - Online-Reisebericht der abenteuerlichen Titanen-Tour 2018 von Brück bis Weliki Nowgorod

 

2300 Kilometer dokumentiert von Tour-Koordinator Friedbert Enders

24.Tag, 10. August 2018 DZIERZGOŃ - PASLEK

Nach einem Frühstück in der Schulküche verließen wir Dzierzgon auf der Straße 527 pünktlich um acht Uhr. Die Temperatur lag bereits zu Beginn des Marsches um die 30  Grad. Puuuh…

Diese Straße war auf den ersten sechs Kilometern sehr abgenutzt, aber die restlichen 25 Kilometer zeigten sich in einem vorbildlichen Zustand mit parallel verlaufendem Radweg.

Auf diesem Radweg legten wir unsere erste Rast ein. Die zweite Rast bescherte uns ein touristisches Erlebnis, lag sie doch an der Schiffshebung des Elblagkanals. Der Oberland-Kanal zählt zu den sieben polnischen Wundern. Das einzigartige Baudenkmal lässt Schiffe über Land fahren.

Der Oberland-Kanal, ein architektonisches und wasserbautechnisches Denkmal von Weltrang, verbindet die Seen Westmasurens mit dem Frischen Haff (Zalew Wiślany) und ist heute eine beliebte Strecke für Bootsausflüge. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts vom Königsberger Wasserbauingenieur Georg Steenke entworfen, sollte er Ostpreußen einen schiffbaren Handelsweg zur Ostsee eröffnen. Mit seinem Bau wurde 1844 begonnen. 1881 wurde er mit der Errichtung der letzten Schleusenanlage fertig gestellt. Die Gesamtlänge des Oberland-Kanals beträgt gut 115,6 km.

Dieser Wasserweg überwindet einen Höhenunterschied von insgesamt 100 Metern mit einem ausgeklügelten System von Schleusen und geneigten Ebenen. Bei diesen Ebenen handelt es sich um auf Schienen laufende Aufzugsplattformen, die mechanisch mit der Durchflusskraft des Wassers angetrieben werden. Der Mechanismus nutzt den Unterschied des Wasserniveaus aus und so werden auf dem Kanal fahrende Schiffe an fünf Stellen auf einem eigens dafür konstruierten Wagen mit Seilen über die Schienen gezogen.

Schon 1852 nahm ein Dampfschiff der Deutsch Eylauer (Iława) Reederei Kardinal auf dem ersten fertig gestellten Abschnitt zwischen Elbing (Elbląg) und Deutsch Eylau seine Fahrt auf. Nach 1927 fuhr die "Konrad" aus der Elbinger Werft regelmäßig Touristen auf der Strecke von Osterode (Ostróda) nach Elbing. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Kanal erneut schiffbar gemacht und der touristische Ausflugsverkehr wieder aufgenommen.

Während der zweiten Pause fing es zum ersten Mal an zu regnen. Das kühle Nass begleitete uns bis zum Abend. Der Natur bekam es gut und unseren Pferden gefiel es sehr.

In Paslek empfing uns der Bürgermeister sehr herzlich. Wir erfuhren, dass Paslek auf Deutsch prusisch Holland hieß. Dieser Name bezieht sich auf die holländischen Siedler, die die Stadt gründeten. Der polnische Name geht auf den prußischen Namen  passis lukis  „Quartier des Anführers“ zurück.

Nun wussten wir auch, dass Holländer und Flamen, die auch unseren heimatlichen Fläming besiedelten hatten, noch viel weiter in den Osten gezogen waren.

Vor dem Rathaus von Paslek erwartete uns bereits das polnische Fernsehen und die Kameraleute und Journalisten machten Aufnahmen und Interviews von unserem bereits weit gereisten Treck. Inzwischen haben wir uns an das Medieninteresse schon gewöhnt und freuen uns natürlich darüber, denn Interesse und damit verbundene Förderung, auch finanzieller Art können wir weiter sehr gut gebrauchen.

Wer die "Titanen on Tour" auf ihrem langen Weg bis Weliki Nowgorod unterstützen und seine Verbundenheit zu dieser friedensstiftenden Aktion bekunden möchte, kann dies gerne mit einer Spende tun:

Bankverbindung 

Kaltblut Zucht- und Sportverein Brück e.V.

IBAN: DE88 120 3000 0120 6557 32 (DKB Potsdam)

Verwendungszweck: on Tour

Vielen Dank!